Samsung lässt ihre Partner im Stich mit dem Note 7. Digitec übernimmt die Unehre der Koreaner Firma Samsung und muss für die Kosten gerade stehen.

Eine Frage der Ehre? - Kunden vor den Kopf stossen, können sich grosse Firma in der Tat leisten. Kundschaft Schweiz rät: halten Sie alle Beteiligten von Geschäften in Ehre. Das meint, jeden Lieferanten und jeden Kunden wahrzunehmen. Ein Grundprinzip des ehrbaren Kaufmanns ist die Gleichstellung von allen Bereichen. Behandelt man einen Bereich schlecht, so behandelt man alle Bereiche des Geschäfts schlecht. Am Ende fügt man vielleicht seinen Kunden Schaden zu oder sich selbst. Im Fall Samsung Galaxy Note 7 ist das besonders drastisch. Business to business Beziehungen sind zuweilen sehr schwer: wer trägt die Verantwortung für Folgen, wenn mal etwas schief geht.

Als Beispiel können wir aus eigener, aktueller Erfahrung zeigen, wie man es nicht machen darf. Digitec lockte zur Vorkasse mit einem Angebot für das Samsung Galaxy Note 7. Es hätte eine 3D Brille gratis dazu geben sollen. Die Website von Digitec verführte mit passendem Zubehör, wie Speicherkarten, die Samsung Gear 360 und diverses nützlichen Teilen rund um das Note 7. Sie wissen es: das Note 7 kommt wegen schwerwiegender Mängel nicht auf den Markt.
Eine Rückgabe für den Endkunden, die ein ganzes Paket kauften, ist aber mit Einbussen verbunden. Geöffnete Ware kann nicht zum vollen Preis zurück gegeben werden. Das verstehen wir. Was aber ist mit einem ganzen Paket? Wir freuen uns über das Einlenken von Digitec: sie übernehmen alles, was dazu gehörte, auch geöffnete Artikel. Als Schweizer Unternehmen in B2B Beziehung zu Samsung hat man es nicht leicht.

Wir haben lange überlegt, ob wir die als Unehre empfundene Geschäftstaktik von Samsung nennen sollen, oder ob das nicht selbst unehrenhaft ist. Als ehrbare Kaufleute müssen wir sagen: doch, wir müssen Digitec anschwärzen. Man muss nennen, was nicht in Ordnung ist. Das geht noch weiter: man muss mit Lieferanten sprechen. Im Falle von Samsung ist das leider unmöglich. Samsung verlautet in ihrer Antwort an Kundschaft Schweiz: was die Partner machen, ist deren Sache. Für uns heisst das: es wird keine neuen Samsung Geräte in unserer Infrastruktur geben, noch werden wir diese unseren Kunden empfehlen.
Die Frage, die sich immer stellt, wenn man etwas ausschliesst ist, ob man sich Qualitäten verwehrt. Samsung hat zum Teil gute Geräte. Das Gefühl hinter den Geräten ist aber nicht tragbar. So gilt es abzuwägen, ob man die Qualität von Geräten über das Gefühl zum Hersteller stellen darf. Die Frage verläuft in einer Sackgasse, eine dritte Lösung ist erstrebenswert. Diese heisst nicht Voreingenommenheit, sondern Wachsamkeit.

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